Das Thema Grundierung spaltet oft die Geister. Vor allem Hobbyhandwerker verzichten gerne auf Grundierungen und sind der Meinung das es mit einem doppelten Anstrich getan ist. Das Gegenteil ist jedoch oft der Fall, denn eine Grundierung ist wie eine Leinwand auf der später gemalt wird. Eine Grundierung verhindert unerwünschte Wechselwirkungen zwischen den Schichten und sind langfristig wirtschaftlicher.

Staub als Problem

Es gibt keine Baustelle, wo es nicht auch Staub gibt. Da kann noch so oft gesaugt werden, etwas Staub haftet auch immer an den Wänden an. Mit Grundierungen lässt sich der Staub binden und eine Haftung der Farbe ist später besser gegeben. Unverzichtbar ist eine Grundierung beispielsweise auf Gips-Untergrund. Darauf bildet sich fast permanent Staub neu bei jeder Berührung. Durch eine Grundierung wird der Staub gebunden.

Untergrund festigen

Im Falle von einem Gipsuntergrund ist nicht nur die Bindung von Staub durch eine Grundierung wichtig, sondern auch die Verfestigung des Untergrundes. Die Grundierung verhindert, dass sich durch Abrieb neuer Staub bildet, der später auch die Staubbelastung in Räumen erhöht. Bei der Verfestigung von einem Untergrund werden zusätzlich häufig auch Kunstharze eingesetzt, wenn es sich um besonders schwierige Untergründe handelt.

Mauerwerk schützen

Baustoffe sind aktive Stoffe, die Feuchtigkeit aufnehmen können. Bei einem Anstrich kann dies problematisch werden, da er zu schnell trocknet und dadurch unschön wird. Grundierungen sind auch eine sichere Barriere, die verhindert, dass die Farbe zu schnell trocknet. Grundierungen sind nicht nur für weitere Anstriche notwendig, sondern auch, wenn etwa Bereiche gefliest werden sollen. Hier fungiert die Grundierung wiederum als Barriere und verhindert das der Fliesenmörtel zu schnell trocknet. Zu schnelle Trocknung würde dazu führen, dass die Fliesen locker werden und sogar abfallen können.

Keine Bläschen

Die Bläschenbildung beim Anstrich ist vor allem bei Hobbyhandwerkern gefürchtet. Die Bläschen bilden sich, weil die Wand nicht nur Feuchtigkeit aufnehmen kann, sondern auch Luft abgibt. Bei genauerer Betrachtung hat eine Mauer viele Poren, wo sich auch Luft einschließen lässt. Diese Luft sucht aber irgendwann wieder den Weg nach draußen, wodurch sie Bläschen bilden. Grundierungen sind die kostengünstigste Möglichkeit die Bildung von Bläschen zu verhindern.

Haftung verbessern

Eine Grundierung kann nicht nur eine Barriere bilden, sondern auch die Haftung verbessern. Gerade beim Verfliesen oder beim Verlegen von PVC-Belägen können saugfähige Untergründe zum Problem werden. Die Grundierung bildet eine ideale Auflagefläche und fungiert in diesem Fall als Zwischenschicht zwischen unterschiedlichen Materialien.

Wechselwirkungen verhindern

Baustoffe sind auch chemische Stoffe, die sich nicht immer zwingend miteinander vertragen müssen. Die verringerte Bindefähigkeit ist nur eine dieser Erscheinungen. Allerdings muss auch Gips und Zement voneinander getrennt werden, da es bei direktem Kontakt zu gefährlichen Reaktionen kommen kann, die die Bindung sogar sprengen kann. Daher schützt eine haftungsfreundliche Grundierung auch vor unterwünschten Reaktionen.

Untergründe schützen

Nicht immer ist es für den Untergrund gut, wenn dort Farbe oder Bindemittel eindringen. Daher werden Grundierungen auch dazu genutzt um Untergründe wie Holz zu schützen.